Liebes Publikum, liebe Besucher unserer Webpräsenz,
ich möchte hier ein Statement in eigener Sache abgeben und mich dabei zuerst einiger Worte des Autors bedienen, dessen Werke wir bisher am häufigsten gespielt haben.
Jürgen Baumgarten schreibt in der "Federwelt" (Zeitschrift für Autorinnen und Autoren) zum Thema "Schreiben fürs (Amateur-)Theater":
"...beim Stichwort 'Laienspiel' denken die meisten Menschen an Bauerntheater mit stereotypen Rollenklischees, einfach gestricktem Humor und schlechter Darbietung. Doch das trifft nur auf einen Teil der Amateurtheater-Szene zu. Gerade in mittleren und großen Städten haben sich viele Gruppen etabliert, die ihr Hobby sehr ambitioniert betreiben und in manchen Fällen den Vergleich mit Profis nicht scheuen müssen - darstellerisch wie inhaltlich. ...Amateure spielen alle Arten von Stücken, natürlich Komödien, aber auch Krimis, Klassiker und anspruchsvolle Dramen. Ein Autor, der für diese Klientel schreiben will, muß sich also thematisch nicht einschränken..."
So weit Jürgen Baumgarten. Nun möchte ich selbst, als Regisseur im Hauptberuf, das Wort ergreifen.
Die Darsteller der Neuen Bühne Remscheid sind (mit Ausnahme dreier Profis) alle Amateure. "Laien" betreten unter meiner Leitung keine Bühne, das habe ich mir zum Prinzip gemacht und bisher auch mit aller Konsequenz eingehalten. Viele theaterinteressierte Menschen, die zu uns stoßen, um zu spielen, erfahren die Grundlagen der Bühnenarbeit wie korrekte Sprache, Rollenverständnis, Richtungsarbeit, natürliche Bewegung usw. in Trainingseinheiten - so lange, bis sie "reif" für die Bühne sind. Die Ergebnisse konnten, können und werden Sie auch künftig in allen unseren Vorstellungen kritisch betrachten können.
Ohne irgendjemandem zu nahe treten zu wollen, führe ich hier einige Beispiele auf, durch die sich Laien auf der Bühne "auszeichnen", die Sie bei uns nicht erleben werden, die ich aber in den letzten Jahren alle selbst so beobachtet habe:
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ein schlecht durchdachtes Bühnenbild: Raumtrennung, man "darf" links nicht hören, was rechts gesagt wird und umgekehrt, bedient sich aber dennoch des Hinübersprechens, ohne daß jemand die "Zwischentür", die nur aus einem Rahmen besteht, auch nur einen Spalt öffnet.
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der Text fast aller Darsteller ist merklich unvollständig, und das, obwohl es schon die 5., 6.... Vorstellung ist.
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die Souffleuse sitzt auf der Bühne und/oder ist ständig zu hören.
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einige Darsteller haben keinen blassen Schimmer vom Charakter ihrer Rolle.
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niemand bemüht sich zu verbergen, woher er kommt - aus Akzent-City oder aus Süddeutschland -, obwohl es ein Hochdeutschstück ist, mit "amerikanischen" Rollen oder "französischen".
- der angedeutete französische bzw. amerikanische Akzent wird nicht konsequent durchgespielt.
- die Kostüme im Ablauf sind nicht durchdacht. Beispiel: "Ich kann unmöglich zu dieser Tischdecke dieses Kleid anziehen!" Geht, um sich (so sollte es sein) umzuziehen, kommt aber mit demselben Kleid zurück.
- die darzustellenden Temperamentsschwankungen bestehen lediglich aus schwarz/weiß, keine Übergänge sind erkennbar.
- bei dem, was auf der Bühne passiert, handelt es sich nicht um Miteinanderspielen, sondern lediglich um Abwarten, bis das Gegenüber seinen Text aufgesagt hat, damit man mit dem eigenen fortfahren kann.
- die Darsteller beugen sich einen halben Meter seitwärts der Souffleuse entgegen, um sie aufzufordern, ihnen den Text vorzusagen.
- ...und zwischendurch noch jemand, der ins Publikum winkt, um die Tante in der ersten Reihe zu begrüßen...
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Das ist übertrieben? Sie halten es für arrogant? Nichts davon.
Wir, die Neue Bühne Remscheid, arbeiten für Sie (und natürlich auch für uns!) so lange, bis das, was wir Ihnen präsentieren, auch wirklich gutes Theater ist. Überzeugen Sie sich und besuchen Sie uns! Für Kommentare jedweder Art steht Ihnen unser Gästebuch zur Verfügung.
Ihr
Klaus-G. Hendl
P.S.: Im DFB-Pokal heißt es auch nicht:
Hamburger SV : Werder Bremen LAIEN, sondern AMATEURE
und:
Bedenken Sie immer: Die "Titanic" wurde von Profis gebaut, die Arche Noah von Amateuren!
;-)
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